Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt

Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt

Zukunftsorientierte und verantwortungsbewusste Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens. In diesem Kontext helfen Managementsysteme bei der Erschließung von Einsparpotentialen beim Energieverbrauch oder bei der Einführung von effizienten Maßnahmen zum Umweltschutz. Auch für eine Reihe von Bonussystemen ist eine Zertifizierung erforderlich. Nachfolgend finden Sie weitere Informationen.

REDcert / Nachhaltigkeit (BioSt-NachV und BioKraft-NachV)

Mit dem Zertifizierungssystem REDcert wird die verpflichtende Nachhaltigkeitszertifizierung für Biokraftstoffe und flüssige Biomasse auf Basis nationaler Verordnungen (Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen BioSt-NachV und Biokraft-NachV = REDcert DE) und europäischer Vorgaben (EU-Richtlinie Erneuerbare Energien = REDcert EU) umgesetzt. Das Zertifizierungssystem ist für alle beteiligten Stufen, d. h. Rohstoffproduktion und -erfassung, Verarbeitung und Herstellung von Biokraft- und -brennstoffen anwendbar. Das REDcert-System ist außerdem als Zertifizierungssystem gemäß 36. BImSchV geeignet.
Es können sich alle Unternehmen, die Abfall- und Reststoffe sammeln, aufbereiten oder Kraftstoff aus diesen Materialien herstellen, nach REDcert DE zertifizieren lassen, um den Biokraftstoff doppelt auf die Erfüllung der Biokraftstoffquote angerechnet zu bekommen.

Umweltmanagement DIN EN ISO 14001

Eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001 ist für die Offenlegung von Einsparpotentialen, gerade in der Kombination mit anderen Managementnormen wie der DIN EN ISO 50001, interessant.
Die DIN EN ISO 14001 ist eine Norm zum Aufbau eines Umweltmanagementsystems. Es werden sämtliche umweltrelevanten Aktivitäten des Unternehmens organisiert. Grundvoraussetzung ist die Festlegung einer Umweltpolitik und messbarer Umweltziele, bei deren Umsetzung das Umweltmanagementsystem zum Einsatz kommt. Das Umweltmanagementsystem und die von ihm begleiteten Regularien unterliegen einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Ähnlich wie die DIN EN ISO 9001 folgt auch die DIN EN ISO 14001 einem prozessorientierten Ansatz, der die einzelnen Umwelteinwirkungen des Unternehmens berücksichtigt. Dabei systematisiert, steuert und überwacht es die ständige Analyse von Stoff- und Energieströmen oder die schrittweise Reduktion von Abfällen, Abwasser oder Emissionen.
Die DIN EN ISO 9001 und die DIN EN ISO 14001 sind als integriertes Managementsystem gut zu kombinieren. Komplettiert werden sie von der DIN EN ISO 50001 (Energiemanagement).

Energiemanagement DIN EN ISO 50001

Mit dem Erneuerbare-Energiengesetz (EEG), seiner Novelle 2012 und den dazugehörigen Merkblättern des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden besondere Ausgleichsregelungen für energieintensive Betriebe geschaffen. Produktionsunternehmen mit einem Stromverbrauch von mehr als einer Gigawattstunde und Stromkosten von mindestens 14 % der Bruttowertschöpfung können auf Antrag von EEG-Umlagen ausgenommen werden. Eine Voraussetzung dafür ist, beginnend bei einem Stromverbrauch von mehr als zehn Gigawattstunden pro Jahr, eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 oder eine Begutachtung nach EMAS III.
Auch im Rahmen des Energiesteuergesetzes und des Stromsteuergesetzes sollen ab 2013 nach Gesetzentwurf der Bundesregierung die Steuerbegünstigungen (Spitzenausgleich) für das produzierende Gewerbe an die Einführung von Energiemanagementsystemen geknüpft werden. Für die Gewährung des Spitzenausgleichs muss spätestens bis Ende 2015 ein derartiges System eingeführt sein und rückwirkend der Nachweis erbracht werden, dass sich die Energieintensität des produzierenden Gewerbes kontinuierlich reduziert hat. Die Energiemanagementnorm DIN EN ISO 50001 und EMAS III sind die gegenwärtig einzig anerkannten Systeme für den Nachweis bei der Antragstellern.
Sie beschreibt, welche Anforderungen das Managementsystem eines Unternehmens erfüllen muss. Dazu gehören die Planung und der Betrieb von energietechnischen Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten. Ziel ist die Schonung von Ressourcen, aber gleichermaßen der Klimaschutz und Kostensenkungen in den produzierenden Betrieben.
Die DIN EN ISO 50001, die DIN EN ISO 14001 und die DIN EN ISO 9001 sind als integriertes Managementsystem gut zu kombinieren.

Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV)

Am 5. August 2013 trat die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) in Kraft. Diese Verordnung regelt die Verknüpfung von Energieeffizienzsystemen mit der Gewährung des Spitzenausgleichs für die Strom- und Energiesteuer.
Die weitere Gewährung des Spitzenausgleichs für die Strom- und Energiesteuer ist gemäß geltender Fassung von Energiesteuergesetz (EnergieStG) und Stromsteuergesetz (StromStG) ab Antragsjahr 2013 an nachfolgende Bedingungen geknüpft: Erbringung von Nachweisen zur Energieeinsparung und Erfüllung von gemeinschaftlichen Zielwerten zur Verringerung der Energieintensität im Gesamtbereich der Wirtschaft.
Als Nachweis von Energieeinsparungen gilt laut SpaEfV, dass bereits im Antragsjahr 2013 ein Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem (UMS) mit Registrierung nach EMAS-Verordnung (EG) Nr. 1221/2009eingeführt und zertifiziert sein muss.
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besteht zudem die Möglichkeit, die Nachweise über ein Energieaudit nach DIN EN16247-1 (SpaEfV, Anlage 1) oder ein Alternativsystem (SpaEfV, Anlage 2) zu erbringen.
Um den Unternehmen genügend Zeit für die Umsetzung einzuräumen, wird für die Antragsjahre 2013 und 2014 auch ein Nachweis über den Beginn der Einführung von Energiemanagement-, Umweltmanagement- bzw. Alternativsystemen akzeptiert.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt die Abnahme und Vergütung von ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenem Strom durch Versorgungsunternehmen, die Netze für die allgemeine Stromversorgung betreiben. Die Vergütungshöhe nach dem EEG ist je nach verwendeter Biomasse sowie Anlagenleistung unterschiedlich. Der Betreiber einer EEG-Anlage ist verpflichtet, dem Energie­versorgungsunternehmen (EVU) bis zum 28. Februar eines jeden Jahres die entsprechenden Daten für die "Endabrechnung" des Vorjahres vorzulegen. Bei Anlagen nach dem EEG 2009 (Inbetriebnahme bis 31.12.2011) wird die Grundvergütung durch verschiedene kumulative Boni ergänzt, die z. B. als Technologie-, KWK-, Gülle-, Nawaro-, Luftreinhaltungs- oder Landschaftspflege-Bonus gewährt werden. Für die Inanspruchnahme der Boni ist in bestimmten Fällen auch ein Umweltgutachten erforderlich. Bei der Prüfung durch den Umweltgutachter werden Zählerstände, Einsatzstofftagebuch, Liefer- und Wiegescheine sowie Rechnungen geprüft. Außerdem werden die Rohstoffe zur Stromerzeugung mit der Eigenerzeugung des Betriebes abgeglichen und eine Plausibilitätsprüfung vorgenommen.

EMAS III Öko-Audits

EMAS oder Eco-Management and Audit Scheme ist auch als Öko-Audit bekannt und basiert auf der „Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung“.
Staatlich zugelassene Umweltgutachter überprüfen Organisationen, die die Verbesserung ihrer Umweltleistungen im Rahmen einer Umwelterklärung darlegen. Begutachtet werden Umweltleistungen, aber gleichermaßen die Verwaltungsorganisation, die bei Planung und Ausführung ebenfalls Einfluss auf Umweltleistungen nehmen kann. So machen sich die Gutachter ein umfassendes Bild über den Betrieb und seine Umweltbemühungen.
Für weitere Informationen wenden Sie sich gern an uns. Wir informieren Sie gern oder leiten ihre Anfrage an unsere Umweltgutachter weiter.

Entsorgungsfachbetrieb (EfbV)

Entsorgungsfachbetriebe müssen nach der Entsorgungsfachbetriebeverordnung (EfbV) folgende definierte Voraussetzungen und Anforderungen erfüllen:
  • gewerbsmäßig oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen oder öffentlicher Einrichtungen Abfälle einsammeln, befördern, lagern, behandeln, verwerten oder beseitigen und
  • in der Lage sein, eine oder mehrere dieser Tätigkeiten selbständig auf Grund ihrer organisatorischen, personellen und technischen Ausstattung wahrzunehmen und
  • hinsichtlich einer oder mehrerer dieser Tätigkeiten, die in der EfbV genannten Anforderungen an Organisation, Ausstattung und Tätigkeit sowie an die Zuverlässigkeit, Fach- und Sachkunde des Inhabers und der im Betrieb beschäftigten Personen erfüllen.

Es kann der ganze oder nur ein Teil des Betriebs als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert werden.

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